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Wissen

DIN ISO 9613-2: Schallausbreitung im Freien erklärt

DIN ISO 9613-2 ist die international anerkannte Berechnungsnorm für Schallausbreitung im Freien. Sie liefert die mathematische Grundlage, mit der ein Schallleistungspegel (LWA) der Wärmepumpe in einen Schalldruckpegel (LpA) am Immissionsort umgerechnet wird — unter Berücksichtigung aller relevanten Dämpfungs- und Verstärkungsterme. Wer den TA-Lärm-Nachweis bauamtstauglich führen will, kommt an dieser Norm nicht vorbei.

Was die DIN ISO 9613-2 regelt

Die Norm beschreibt das Berechnungsverfahren für die Ausbreitung von Schall im Freien unter günstigen meteorologischen Bedingungen (leichter Wind, Mitwind-Situation). Sie ist die Standard-Referenz für Punktquellen wie Wärmepumpen-Außeneinheiten und gilt sowohl im Sachverständigen-Gutachten als auch im behördlichen Verfahren als Stand der Technik.

Vom Schallleistungspegel zum Schalldruckpegel

Die zentrale Formel: LpA(r) = LWA - A_div - A_atm - A_gr - A_bar + reflexion. LWA ist der Schallleistungspegel der Quelle (auf dem Datenblatt nach DIN EN 12102-1). Die A-Terme sind Dämpfungsterme, die Reflexion ein Verstärkungsterm. Das Ergebnis ist der erwartete Schalldruckpegel am gewählten Immissionsort.

Korrekturterme: A_div, A_atm, A_gr, A_bar

A_div (geometrische Divergenz): Bei Punktquelle und Halbkugel-Abstrahlung ist A_div = 20·log10(r) + 11. Mit jeder Verdopplung des Abstands sinkt der Pegel um 6 dB. A_atm (Luftabsorption): typischerweise 0,5–2 dB bei normalen Distanzen, frequenzabhängig. A_gr (Bodendämpfung): kann je nach Bodenbeschaffenheit (hart/weich) 0–4 dB betragen. A_bar (Hindernisdämpfung): Wand, Schallhaube, Bewuchs — kann 5–15 dB bringen.

Reflexionen an Hausfassaden — der vergessene +3 dB Zuschlag

Steht die Wärmepumpe direkt an einer Hauswand, addiert sich ein Reflexionsterm von +3 dB. Bei Aufstellung in einer Ecke (zwei Wände): +6 dB. Im Carport: bis zu +9 dB. Wer das übersieht, rechnet die Anlage 'sauber', baut ein und verliert vor Gericht. SilentPump fragt diese Konstellation explizit ab.

Grenzen des Verfahrens

DIN ISO 9613-2 gilt für Mitwind-Situation und schwache Temperaturschichtung. Bei extremen Inversionswetterlagen oder Gegenwind kann der reale Pegel abweichen. Für die Bauantrags-Praxis ist die Norm aber die anerkannte Referenz — Abweichungen werden vom Sachverständigen geprüft.

Vergleich: BWP-Näherung vs vollständige DIN ISO 9613-2

Der kostenlose BWP-Schallrechner verwendet eine Näherungsformel der TA Lärm vom 1. 6. 2017. Er trägt selbst den Disclaimer 'ersetzt kein Gutachten'. Die vollständige DIN ISO 9613-2 berücksichtigt zusätzlich Bodeneffekte, Hindernisse und Reflexionen — was bei kritischen Abständen den Unterschied zwischen 'konform' und 'nicht konform' macht.

Wie SilentPump die DIN ISO 9613-2 implementiert

Volle Implementierung mit allen relevanten Termen: Punktquelle mit Halbkugel-Abstrahlung, Luftabsorption nach DIN ISO 9613-1, Bodendämpfung nach DIN ISO 9613-2, Hindernisdämpfung über Maekawa-Diagramm, Reflexion an Hauswänden auf Anforderung. Im PDF-Protokoll werden alle Terme einzeln ausgewiesen — nachvollziehbar für Sachverständige.

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